Auf der Suche nach einem „Sprungbrett“ und sich-mehr-Zeit-lassen

Das Seminar letztens war wirklich sehr hilfreich für uns! Die vielleicht wichtigste Erkenntnis und Entscheidung, die wir dort gefunden haben, ist, dass wir uns mehr Zeit lassen müssen und uns weniger unter Druck setzen sollten. Bisher wollten wir so schnell wie möglich so viel wie möglich unserer Ziele umsetzen – was ja auch grundsätzlich sinnvoll ist – nur haben wir uns damit selbst unter Stress gesetzt. Wir hatten recht irrationale Ängste, dass wenn wir Dinge nicht sofort umsetzen, wir sie immer weiter nach hinten schieben… und noch weiter herauszögern… und noch weiter… bis wir entweder das Interese daran verlieren und/oder es aufgeben, weil wir desillusioniert sind, oder bis wir alt sind und es zu spät ist (meine Güte, wir sind grade mal mitte 20!).

Also, von diesen Ängsten und dem damit verbundenen Druck haben wir versucht uns loszumachen. Außerdem haben wir uns genauer versucht vorzustellen (und das auch aufzumalen/-schreiben), wie unser Weg zu unserem idealen Leben aussehen könnte – und da ist uns klar geworden, dass wir, bevor wir in eine Kommune o.ä. ziehen und ein Lehmhaus bauen, noch einen Zwischenschritt brauchen. Eine Sprungschanze sozusagen. Denn von dort aus, wo wir grade sind, ist es nicht die richtige Position, um Entscheidungen fürs Leben (oder zumindest mehrere Jahre) zu treffen. Es ist besser für uns, wenn wir uns erstmal eine nette WG mit 4 oder gerne auch mehr Menschen suchen, wo wir uns wohl fühlen und ein paar Jahre bleiben können. Und dann von dort aus weiter zu schauen. Dann werden wir ja sehen, wie lange wir da bleiben wollen und wann und wie und wo (oder ob überhaupt) wir uns nach etwas anderem umsehen wollen, etwas, was von Anfang an keine Übergangslösung sein soll. Denn um „was fürs Leben“ zu finden, brauchen wir Zeit und Ruhe und ehrlich gesagt auch Unterstützung. Und wir werden viel besser suchen und finden können (vielleicht auch gefunden werden können), wenn wir nicht, wie zur Zeit, aus einer Situation heraus suchen, wo wir einfach nur weg wollen. Wir hassen unsere jetzigen Wohnumstände und wollen es ändern – aber das wäre erstmal eine Flucht, weg von dem, was uns hier nicht gut tut – es ist uns vermutlich gar nicht wirklich möglich, von hier aus offen und frei nach etwas für uns Gutem zu suchen und das auch annehmen zu können. Jedenfalls fühlt es sich grade so an. Keine Ahnung, ob das verständlich ist…

Das heißt, wir suchen erstmal eine Übergangslösung mit weniger Verbindlichkeiten als es eine Kommune o.ä. wäre – aber vielleicht wird daraus dann auch mehr, wer weiß, und vielleicht „stolpern“ wir ja auch über eine Kommune oder Gemeinschaft, während wir gar nicht wirklich suchen… mal sehen… wir versuchen offen zu sein für das, was kommt. 🙂

Für das Blog hier könnte das bedeuten, dass wir seltener schreiben als wir uns eigentlich vorgenommen hatten (naja, das tun wir leider eh schon). Aber wir wollen die nächste Zeit trotzdem oder erst recht dazu nutzen, um zu lernen und nächstes Jahr hoffentlich auch praktische Erfahrungen mit Wellerlehm zu machen. Also wird es hin und wieder Lehmbau-relevante Nachrichten hier geben.

Wir hoffen, dass es euch allen gut geht und euch die dunkle (nasse, kalte…) Jahreszeit nicht runterzieht! Uns geht’s eigentlich ganz gut und wir holen einiges von dem auf, was wir während unserer depressiven Phase im Spätsommer/frühen Herbst nicht tun konnten. Das tut echt gut! 🙂

Viele Grüße an euch alle und danke für eure Unterstützung!

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4 Antworten zu “Auf der Suche nach einem „Sprungbrett“ und sich-mehr-Zeit-lassen

  1. Schön, daß es Euch besser geht!
    Was Ihr schreibt, fand ich sehr hilfreich – vielleicht ein Punkt, an dem ich so ähnlich auch gerade bin, gerade in Bezug auf den (Zeit-)Druck, den mensch sich selber macht wegen der Verwirklichung der eigenen Träume. Allerdings hab ich mir das selber bisher nur halb klargemacht (weil ich nicht auf tolle Seminare geh – Fehler!) und fühle mich jetzt durch das, was Ihr schreibt, nochmal bestätigt.
    Es braucht doch oft VIELE kleine Schritte.
    Ich behalte Euch im Feedreader, auch wenn Ihr (noch *grins*) seltener schreibt, und ich dank Euch schonmal, daß Ihr mich auf Cob gebracht hat, über den ich vorher nix wußte und der jetzt eine feste Rolle in der Liste meiner Träume/Utopien/Pläne spielt… 🙂

  2. Hallo madove,

    ja, viele kleine Schritte sind oft besser als zu Großes zu schnell von sich selbst zu erwarten… und der Druck, der dadurch entsteht. (Muss ich grad sagen 🙂 )

    Schön, dass du dich jetzt auch bestätigt fühlst und dir (hoffentlich *lächel*) jetzt weniger Druck machst. Ich wusste gar nicht, dass es anderen auch so geht… Also für mich/uns tut es auch gut, das von dir zu hören.

    Ui, wir haben dich angesteckt mit dem Cob-Fieber *g*
    Danke, dass du dem Blog treu bleibst!

    Liebe Grüße,
    Meeresbande

  3. Also:

    Bin gerade auf das hier gestoßen…

    Wir befinden uns in einer ähnlichen Situation, blos: Wir sind schon im „Zwischenbereich“ gelandet.

    Dieser ist ein großes altes HAsu, Bauökologisch ausgebaut… also teilweise abgerundete Räume und Decken mit Lehm und so…

    Leben dort gerade in einer Art WG mit einem älteren Pärchen (50 u. 60) plus 13 jährige Tochter.

    Es gibt ca. 1 Hektar Land mit Fluß/ Bach und eine seperate Quelle, die seit kurzem aus der Erde sprudelt, Pferde, Hund, Katze, und viel freie Räume und Platz… einiges könnte sogar noch ausgebaut werden.

    Die beiden andern machen hier SChamanische Kurse, Frauenheilkreise, Männerheilkreise, Paarworkshops, Musik (hauptsächlich Mittelalterfolklore, usw.)…

    Also: Interesse? Wir freuen uns noch auf ein Paar, eine kleine Familie!

    Aber auch für uns- ich (26) und Sarah (23) und unser Kind, was wir im Januar erwarten, gehts ganz klar Richtung Erdhaus/Jurten- Siedlung mit ökologisch Gleichgesinnten inkl. Permakultur, spirituellem und individuellem Wachstum und so weiter…

    Aber alles braucht seine Zeit…

    Alles Liebe euch und noch eine schöne Vorweihnachtszeit

    Florian

    • Hallo Florian,

      das hört sich ja wirklich schön an, wie und wo du mit deiner Familie lebst! Ist euer Kind jetzt da? 🙂

      Meinst du nicht, es wäre möglich, dort auf dem Grundstück Jurten und/oder Erdhäuser zu bauen? Dann müsste es ja keine Zwischenlösung sein.
      Magst du verraten, wo das ist? Ist es in der Nähe von Hamburg (denn ich möchte ja hier im Norden bleiben)?

      Ich wünsche dir und euch ganz viel Gutes, vor allem auch für das Kind und das eure Träume wahr werden!

      Liebe Grüße,
      Meeresbande

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