Fotos vom Cob-Workshop in Dänemark (Sommer 2011)

Hallo,

endlich melden wir uns mal wieder… Sorry, dass es so lange gedauert hat! Die letzten Monate waren ziemlich schwer, es lief eigentlich alles schief, was so schief laufen kann, inklusive Verlust unserer Wohnung, schwerer Krise des wichtigsten Menschen in unserem Leben und Zusammenbruch unseres Hilfenetzes, grade als wir es am dringensten brauchten. Aber wir haben das geschafft, diese Krisen sind jetzt überwunden, unserem wichtigsten Menschen geht es wieder besser (wenn auch noch nicht gut), das Hilfenetz ist wieder tragfähig, wir haben gelernt, wie sehr wir uns auf unsere Freund_innen verlassen können – DANKE! – und wir sind seit kurzem in eine WG eingezogen, wo es uns einfach super gut geht und wir uns wohler fühlen als bisher sonst irgendwo. Also: Durchstarten! Endlich sind die äußeren Bedingungen für uns so gut, wie wir nur hoffen können und das nutzen wir auch.

Keine Ahnung, wie oft wir schon versprochen haben, von jetzt an regelmäßiger hier zu posten… stupst uns gerne mal an, vielleicht hilft das ja 😉

Auf dem Workshop letzten Sommer ging es darum, eine Gartenmauer aus Wellerlehm (Cob) weiterzubauen, die schon auf einem vorhergehenden Workshop angefangen wurde. Gartenmauer ist dabei ein Wort, das dem geplanten und auch entstandenen (aber noch nicht fertigen) Kunstwerk lange nicht gerecht wird. Es sind eine überdachte Bank, mehrere mit verschiedenen Techniken hergestellte und unterschiedlich große Bögen, ein Glasfenster und eine Katzennische (überdacht und mit Fensterchen!) mit eingebaut worden, weitere Elemente sind geplant: Ein halbkreisförmiger, halboffener Unterstand mit Kamin, Fenster und Feuerholz-Regal und ein Whirlpool. Die Entwurfszeichnung könnt ihr hier sehen. Wir waren besonders davon begeistert, wie sich alles harmonisch und bewusst geplant in die Umgebung einpasst, die aus einem wunderschönen großen Baum und mehreren Gebäuden besteht.

Als unser Workshop anfing, war ein Teil der Mauer schon fertig, aber wir haben daran noch weiter gearbeitet und auch weitere Teile der Mauer von Grund auf (also Fundament-Graben buddeln, Fundament anlegen) gebaut, so dass wir alle wesentlichen Arbeitsschritte selbst ausprobieren konnten. Grundsätzlich sind das auch dieselben Techniken, mit denen mensch ein Haus aus Cob (also Wellerlehm) bauen kann, allerdings müsste da das Fundament tiefer und breiter sein, es müsste ein gutes Entwässerungskonzept geben, die Wände müssten dicker sein und eventuell auch isoliert werden (je nach Klima, z.B. nur die kälteste Wand) und natürlich bräuchte es ein Dach, sowie Türen und öffnenbare Fenster.

Also: Fotos vom Cob-Workshop! Einige gibt es hier  und hier zu sehen, auf der Webseite von Fornyet Energi. Unsere eigenen Fotos nach dem Click. Achtung, sind viele große Fotos, könnte lange dauern zu laden!

Zum Vergrößern die Bilder anklicken.

Auf einer noch unfertigen, etwa hüfthohen Gartenmauer aus Cob sind frische Cob-Batzen zu einer drachenähnlichen Form aufgebaut.
Auf der noch unfertigen Gartenmauer sind frische Cob-Batzen zu einer drachenähnlichen Form aufgebaut, damit sie eine möglichst große Oberfläche haben und ihr zu hoher Wassergehalt abnehmen kann. Nach der Mittagspause bzw. am nächsten Morgen hat der Drache dann die richtige Konsistenz zum Bauen (für’s Mischen ist ein höherer Wasseranteil angenehmer).

nochmal der "Drache", diesmal von vorne gesehen

unfertige Cob-Mauer und "Drache" unter weißem Regenschutz-Zelt

Hier ist der Anfang der Cob-Mauer zu sehen, eine Bank (auf der auch schon ein Mensch sitzt), eingerahmt von halbfertigen Cob-Bögen. Nach vorne hin geht die Mauer weiter, mit Fenster und "Drachenkopf". Am Fuß der Mauer liegen einige Batzen noch nicht verbauten Cobs.

Hier ist der Anfang der Cob-Mauer zu sehen, eine Bank (auf der auch schon ein Mensch sitzt), eingerahmt von halbfertigen Cob-Bögen. Nach vorne hin geht die Mauer weiter, mit Fenster und „Drachenkopf“. Am Fuß der Mauer liegen einige Batzen noch nicht verbauten Cobs. Von diesen Batzen, im englischen häufig „cobs“ genannt, hat Cob als Baumaterial und -Methode auch seinen Namen. Den Namen finden wir übrigens viel hübscher als das deutsche „Wellerlehm“; vielleicht sollten wir versuchen, die Bezeichnung „Batzenbauweise“ oder ähnliches zu prägen. 😛

Ein Stück Boden mit Gras und Kräutern bewachsen, rechts ein Kieshaufen.

An diesem Stück konnten wir lernen, das Fundament zu bauen. Mit Stöcken ist der geplante Verlauf der Mauer gekennzeichnet.

Es wurde ein Graben ausgehoben, der so breit ist wie die Mauer werden soll und deren geplanten Verlauf folgt (hier geschwungen-Y-förmig).

Erst wurde ein Graben ausgehoben, der mit Kies und kleinen Steinen angefüllt wurde. Im Hintergrund sind darauf schon mittelgroße Natursteine gelegt.

Erst wurde ein Graben ausgehoben, der mit Kies gefüllt wurde, darauf kam eine Reihe mittelgroßer Natursteine als Fundament für die Gartenmauer aus Wellerlehm.

Erst wurde ein Graben ausgehoben, der mit Kies und kleinen Steinen gefüllt wurde, darauf kam eine Reihe mittelgroßer Natursteine als Fundament. Zwischen die Steine kam später noch Kalkmörtel, das war aber nicht Teil unseres Kurses.

Die erste Schicht Cob/Wellerlehm auf dem Fundament

Die erste Schicht Cob musste sorgfältig gearbeitet werden, damit sie fest auf den Fundamentsteinen sitzt und keine Lücken entstehen. Der große Stein ganz rechts auf der Mauer ist ein Sitzplatz. Sehr bequem!

kniehohe Wellerlehm-Wand mit einem Stein als Sitzplatz und brotlaibförmigen Cob-Batzen, die noch verarbeitet werden müssen

Hier ist der Sitz-Stein nochmal besser zu sehen und eine Wand, die schon als solche zu erkennen ist. Und wieder Cob-Batzen.

ein fast ganz fertiger Abschnitt der Cob-Gartenmauer, nur der Putz fehlt noch. Sie ist an dieser Stelle etwas über einen Meter hoch und hat oben Ton-Dachziegel drauf.

Ein fast ganz fertiger Abschnitt der Cob-Gartenmauer, nur der Putz fehlt noch. Die Ton-Dachziegel oben drauf sind wichtig, da Wellerlehm vor Regen geschützt werden muss. Im Wüstenklima kann Wellerlehm sogar als Kuppeldach verwendet werden; im regnerischen Dänemark aber würde diese Mauer ohne Schutz nicht lange halten.

Das dreieckige Stück Holz, das an die Wasserwaage geklebt wurde (mit Gaffa-Tape) erleichtert es, die Mauer regelmäßig nach oben hin schmaler werden zu lassen. Der untere Teil muss dicker sein, weil er mehr trägt, aber wenn es nach oben hin leicht schmaler wird, verbraucht mensch weniger Lehm und weniger Arbeit. Insgesamt ist es wichtig, immer zu überprüfen, ob die Mauer auch so „wächst“ wie sie soll und dabei ist eine Wasserwaage sehr hilfreich.

fast fertige Cob-Mauer, etwa 1m hoch, nur Putz fehlt noch. Damit der Putz besser hält, sind etwa daumendicke, 2-3cm tiefe Löcher in die Wand gedrückt worden.

Hier dasselbe Stück Wand von außen. Die kleinen Löcher wurden mit einem etwa daumendicken Stück Holz in den Wellerlehm gedrückt, bevor er zu hart wurde. Sie haben zwei Funktionen: Erstens trocknet der Cob so gleichmäßiger und zweitens kann der Putz besser haften.

Wieder dasselbe Stück Gartenmauer aus Cob, diesmal von oben fotografiert, damit die Ton-Dachziegel oben drauf gut zu sehen sind

Hier ist das schützende Dach, das leicht übersteht, zu sehen. Auf den Ton-Ziegeln liegen die bei der Verarbeitung des Wellerlehms sehr nützlichen „Cob-Daumen“, also kleine runde Holzstäbe, die etwa daumendick sind und selbigen ersetzen und schonen.

Auf der Wand ist ein Cob-Drache gebaut, darunter Schicht noch nicht trockenen und daher dunkleren Cobs, die aus dem ersten Drachen entstand.

Noch ein Cob-Drache! Kreativität ist was Schönes und Wellerlehm lädt ganz automatisch dazu ein. Hier ist auch die noch nicht ganz trockene Schicht zu sehen, die aus dem ersten Drachen entstand. Je nach Wetter kann die Wand an einem Tag nicht zu hoch wachsen, da sie sonst instabil wird. Die frische Schicht muss erst etwas trocknen, um die neue Last tragen zu können. Aber selbst mit einer recht großen Gruppe war uns nie langweilig 🙂

Eine Cob-Bank mit leicht gebogener Cob-Mauer als Rückenlehne. Auf der Bank steht ein bündel mit langen Strohhalmen.

Die Bank. Das lange Stroh wird für einige spezielle Stellen gebraucht, um dem Wellerlehm besonderen Halt zu geben.

Die Cob-Bank, am hinteren Ende die Armlehne und ein halbfertiger Bogen aus Cob, aus dem einige Stöcke ragen.

Hier wird ein Bogen entstehen, oder ein glasloses Fenster. Die zwei „Säulen“, die es umrahmen, sind um Stöcke herum gebaut, die ihnen Halt geben. Wenn der Bogen fertig ist und der Cob hart, werden sie nicht mehr gebraucht, aber die Stöcke bleiben natürlich drin, herausnehmen geht ja nicht. Schadet aber auch nicht, Lehm und Holz vertragen sich ganz gut.

Das dreieckige Fenster von der anderen Seite, auf der oberen Seite ist eine schmale Schicht Cob

Hier ist das kleine Fenster zu sehen, das auch vorher schon mehrmals vorkam. Der Cob wurde vorsichtig (also langsam, Stück für Stück) darum herumgebaut, damit das Glas nicht bricht, wenn der Cob sich beim Trocknen zusammenzieht. Einfache Glasscheiben lassen sich direkt beim Bauen einsetzen und da ein Rahmen nicht zwingend nötig ist, lassen sich freie Formen bauen. Es kann aber zu Rissen kommen. Für eine Gartenmauer kein Problem, für ein Wohnhaus wäre das nur dann eine Möglichkeit, wenn das Klima schlecht isolierte Fenster statt Doppelglas-Fenstern zulässt oder es entsprechend klein ist. Ein Beispiel dafür (in einem Wohnhaus) gibt es bei Brian „Ziggy“ Liloia, dem Erbauer von Gobcobatron.

Anfang der Mauer mit der Bank, daneben dem dreieckigen Fenster und daneben glatte Mauer.

So geht die Mauer weiter: Nach dem dreieckigen Fenster kommt ein Stück gerader, glatter Mauer, danach macht sie einen Bogen nach vorne

der Bogen. Schlichte Cob-Mauer, am linken Ende etwa kniehoch, rechts hüfthoch.

So, das war’s fürs Erste, mehr Fotos kommen (hoffentlich) bald! Da sind dann die einzelnen Arbeitsschritte zu sehen und mehrere Beispiele von Cobgebäuden und Lehmöfen auf dem Gelände von Fornyet Energi und auch ein ganz besonderes „Örtchen“ aus der Umgebung.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s