Cob-Fotos aus Dänemark (2011)

Hallo,

hier sind noch einige Fotos aus Dänemark, von Wellerlehm-Gebäuden, die wir dort nicht gebaut, aber bewundert haben!

Eine runde, gewölbte (halbkugelige) Decke eines runden Raumes, von unten fotografiert. Die Wände sind weiß mit mehreren kleinen Fenstern, die oben rund sind. Die Decke ziert ein großes Gemälde mit blau, grün, gelb und ocker. In der Mitte hängt ein Kerzenleuchter von der Decke.

Dies ist die Decke eines ganz besonderen stillen Örtchens, das auch liebevoll „Kathedrale“ (dänisch: muld-katedralen, da es ein Humus- oder Kompostklo ist) genannt wird – und der Name passt auch wirklich! Geräumig, hell, rollstuhlfreundlich, mit gewölbter und wundervoll bemalter hoher Decke (wie auf dem Bild zu sehen), mit einer Reihe gotisch gerundeter Fenster einmal rundum, die ganz viel Licht reinlassen (es kann aber keine_r durch die Fenster reingucken, da sie dafür zu hoch sind).

Sie ist ein Teil der „Republik“ in Broby bei Sorø, die man zwischen jævndøgn (Tagundnachtgleiche) im Frühjahr und jævndøgn im Herbst günstig mieten kann.
Hier etwas mehr darüber (leider nur auf dänisch, das ich nicht verstehe und daher auch nicht weiß, was auf den Seiten steht):

http://www.bgsbroby.dk/dokumenter/Republ.141105cmyk%28AR5%29.pdf

http://www.bgsbroby.dk/fortaellehus.htm#muldkatedral

http://www.dr.dk/DR2/Friland/Levende+Huse/2005/20060629185824.htm

Ein kleines Fensterchen der "Kathedrale", tief ind die Wand eingelassen und bestehend aus drei kleinen Glasscheibenstücken.

Hier ein liebevolles Detail.

Dasselbe Fensterchen von innen. Es befindet sich nur zwei Handbreit über dem Fußboden, der am unteren Rand mit einem Mosaik aus rautenförmigen Kacheln und blauen Mosaikstücken verziert ist. Auf der "Fensterbank" liegt etwas Schnur, im rechten Bildrand ist ein Bein zu sehen.

Dasselbe Fensterchen von innen. Da wir die Kathedrale mit einer Gruppe besucht haben, ist auch ein anderer Mensch noch mit drauf, oder jedenfalls ein bisschen 🙂 Die Schnur gehört glaube ich zum Kerzenleuchter.

Nochmal die Decke, hier ist der Kerzenleuchter, schwarz, rund, mit vier Plätzen für Stumpenkerzen, gut drauf zu sehen.

Schön, wie das Licht durch die tollen Fenster reinkommt, oder?

Ein Holzbalken/Stamm, der aufrecht zwischen Büschen am Rand einer Grasfläche im Boden steht, etwa 3m hoch. Er ist mit einigen fast senkrechten Linien und kleinen bunten Quadraten auf dunkelrot/lilanem Hintergrund bemalt.

Das ist zwar aus Holz und hat nichts mit Wellerlehm zu tun, aber diese Kunst steht im Garten neben der Kathedrale und wir fanden es ziemlich toll!

Unter einem Dach aus roten Ziegeln stehen insgesamt drei verschiedene Cob-Öfen, bzw. Herde. Zwischen zweien ist eine Cob-Bank.

Diese Cob-Backöfen und Kochstelle standen dort, wo wir den Kurs gemacht haben, aber wie mensch sieht sind sie nicht frisch gebaut. Wir selbst haben noch nie einen Lehmofen gebaut, aber es soll ein gutes erstes Lehmbauprojekt für Anfänger_innen sein, denn es gibt Bauweisen, die einfach und schnell zu machen sind. Das Dach ist natürlich wie immer bei Wellerlehm wichtig, es sei denn, mensch wohnt in einer Wüste. Ohne Dach würde Cob in Deutschland oder Dänemark nicht so lange halten.

Einer der Öfen vom vorigen Bild nochmal alleine und in größer

Schön, wie die Bank quasi aus dem Ofen herauswächst! Ob sie mitgeheizt wird, wissen wir allerdings nicht, doch sowas gibt es auch sehr häufig, gerade bei sogenannten „Rocket-Stoves“, die sehr effizient auch mit kleinem Holz (Äste etc.) brennen. Dies ist aber kein Rocket-Stove.

zwei große Grillstellen aus Wellerlehm mit weißem Putz, überdacht.

Diesen super-Grill gab es dort auch – also kein Mangel an Gelegenheiten, Essen warm zu kriegen 🙂

Ein großes, rundes Zelt-Dach, das fast die Form eines umgedrehten Trichters hat. Es ist seitlich komplett offen (allerdings eingezäunt) und hat oben in der Mitte auch eine runde Öffnung als Rauchabzug. Im Vordergrund steht ein klitzekleines Klohäuschen, grün mit rotem spitzen Giebeldach und Waschbecken außen an der Wand.

Unter diesem Zeltdach haben wir Theorie-Unterricht über Kalkputze bekommen und uns auch mal abends mit der Gruppe versammelt. Ist auf dem Foto schlecht zu sehen, aber in der Mitte gibt es auch dort einen Kaminofen (allerdings soweit ich mich erinnere nicht aus Wellerlehm, sondern aus Ziegeln).

Ein kleines Cob-Häuschen mit Reetdach steht halb versteckt hinter einigen Nadelbäumen.

Dasselbe Häuschen nochmal, nur etwas näher. Es ist rund mit hellgelbem Putz und hat ein spitzes, etwa kegelförmiges Reetdach mit einem Fenster, das fast wie ein längliches Auge geformt ist.

Dasselbe Häuschen von der anderen Seite. Hier gibt es eine große Fensterfront vom Boden bis zum Giebel.

Dieses Häuschen, ganz aus Cob gebaut, stand dort auch auf dem Grundstück. Ist es nicht wunderschön?

Hier sieht mensch auch sehr gut, wie Wellerlehm am besten seine hervorragenden Eigenschaften zeigen kann: Durch eine Bauweise, die den Sonnenstand und das lokale Klima berücksichtigt und einbezieht. So ist hier die Südseite eine riesige Fensterfront (wiederverwendet aus einem abgerissenen Kaufhaus, glaube ich), die Sonne und damit auch Wärme einlässt. Es gibt sogar ein kleines Beet in der Küche. Ach ja, und eine unauffällige Solarzelle am Dach. Das Reetdach dämmt hervorragend gegen Kälte und ist besonders nach Westen (der dortigen Wetterseite) hin tief runtergezogen, so dass es die Wand schützt. Hier an der Seite muss der Putz allerdings trotzdem mal überarbeitet werden. Vielleicht ist der Dachüberstand nicht ganz ausreichend? Allerdings muss ein Lehmputz sowieso hin und wieder erneuert werden.

Von außen durch die Fensterscheibe fotografiert. In der Mitte des Häuschens gibt es eine kleine Cob-Wendeltreppe mit einem Geländer aus rundem Holz, die sich um den Schornstein des Rocket Stove windet. Hier im Vordergrund ist die kleine Küchenecke zu sehen, in der alles auch aus Wellerlehm besteht und weiß verputzt ist.

etwas kleinere Ansicht der Küche und Treppe

Rechts ist wieder die Treppe, darunter ein Teil der Küche (Waschbecken und Ablageflächen/Regale) zu sehen, links hinten der Rocket Stove

Die Inneneinrichtung, ebenfalls fast vollständig aus Wellerlehm. Es ist einfach perfekt, wunderschön und maßgeschneidert an die Begebenheiten und die Bedürfnisse der Nutzer_innen angepasst! Dadurch extrem platzsparend, oder könnt ihr euch vorstellen, auf so kleinem Platz eine gemütliche und praktische Küche mit eckigen Baumarkt-Möbeln einzurichten? Ich nicht.

Im Hintergrund (links) ist hier der Rocket Stove zu sehen. Durch die sternförmige Öffnung wird Holz, am besten Stöcke, nachgelegt, das dann glaube ich hauptsächlich in dem großen Fass brennt und seine Hitze entwickelt. Die zieht dann durch ein Rohr, das durch die Bank daneben läuft und diese somit heizt, und dann durch den Schornstein in der Mitte des Hauses.

Eine kleine rechteckige Hütte mit Reetdach und halbreisförmigem Fenster.

Auch wieder (vermutlich) kein Cob, aber was für ein wunderschönes kleines Reetdach! Bei sowas kommen wir immer ins Schwärmen! Reet ist nämlich genau so perfekt wie Lehm. Mindestens.

So, das war’s mit Photos aus Dänemark. Tut uns leid, dass wir sie erst so spät hochgeladen haben! Es ist jetzt immerhin schon über ein Jahr her, das wir da waren… Wie mensch sieht, war es sehr, sehr schön und wir haben unschätzbar viel gelernt – vor allem, wie sich Cob anfühlt, und das kann kein Buch ersetzen!

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4 Antworten zu “Cob-Fotos aus Dänemark (2011)

  1. Bei diesen Anblicken fragt man sich doch immer wieder, wie es kommt, dass diese Materialien bzw. diese Art Gebäude zu planen und zu bauen nur so wenig Eingang finden.

    Wie iseht eure Planung denn insgesamt aus?
    Lange nichts mehr davon gelesen 😉

  2. Hallo!
    Ja, das fragen wir uns auch manchmal…
    Wahrscheinlich haben wir westlich-zivilisierten Menschen einfach viel zu sehr gelernt, die Natur zu fürchten oder beherrschen zu wollen. Wir sind es gewöhnt, dass Häuser, Möbel, Öfen, Straßen etc. aus Standartmaterialien, Standartteilen und Norm-Maßen bestehen und lauter rechte Winkel haben, denn das ist praktischer für die Industiefertigung… So denken viele natürlich auch, dass das allgemein praktischer ist und sind sehr skeptisch, wenn ein Haus z.B. rundlich ist. Obwohl Räume dadurch nicht nur gemütlicher und ökologischer sind (ohne Ecken spart mensch sich Baumaterial und auch Heizenergie!), sondern sogar viel größer wirken, als sie sind.

    Was unsere eigenen Pläne angeht und überhaupt, was passiert ist, seit wir hier das letzte Mal darüber berichtet haben, wollen wir demnächst in einem extra Post schreiben.
    Jedenfalls wohnen wir noch in der Stadt und haben erstmal keine Möglichkeit, hier mit Lehm zu bauen. Aber vielleicht machen wir nächstes Jahr wieder Workshops oder ähnliches. Wir wollen auch mittelfristig auf’s Land ziehen, am besten so, dass wir uns unsere eigene kleine Lehmhütte bauen können. Aber das noch nicht nächstes Jahr.

    Viele Grüße,
    Meeresbande

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